Microsoft Sharepoint Foundation 2013 - Eindrücke und Tipps (fortlaufend ergänzt)

  • Einleitung

    Das Sharepoint Produkt hat in der IT-Welt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Managementbereich gilt Sharepoint als eierlegende Wollmilchsau. "Wir brauchen Sharepoint, weil jeder Sharepoint macht". "Mit Sharepoint ist alles möglich. "Sharepoint löst unsere Probleme". "Sharepoint Foundation ist sogar kostenlos". Der ergänzende Ruf von "Verursacht keine Kosten" öffnet dem Vertrieb die Tür noch ein Stückchen weiter.
    Kehren wir nun durch unsere transdimensionale Pforte zurück in die Realität, zurück zu den Fakten.


    Allgemeine Fragen und Antworten

    Frage: Was ist Sharepoint eigentlich?
    Antwort: Das Produkt wird allgemein als "Webanwendung" definiert, welche verschiedene Dienste bereitstellen kann. Mit "Web" wird sehr oft eine Internetbeteiligung gleichgesetzt, dies ist aber nicht korrekt. Ein Sharepoint kann vollständig in einem internen Unternehmensnetz (zum Beispiel Intranet) betrieben werden. Unter "Webanwendungen" sind erstellte Anwendungsprogramme zu verstehen, welche mittels Webbrowser aufgerufen werden können.

    Frage: Wieso ist Sharepoint Foundation nicht kostenlos?
    Antwort: Der produktive Betrieb erfordert den Einsatz von Hard- und Software und verschiedenster Nutzungs- und Wartungslizenzen. Das beginnt mit dem Kauf der Serverhardware, über den Erwerb der Windows-Betriebssystemlizenen, bis hin zu den jährlichen Wartungsgebühren für Virenscanner und Datenbanksoftware. Neben einmaligen Kosten sind auch die laufenden Kosten zu berücksichtigen, zum Beispiel Personalaufwände für Betreuung und Entwicklung der technischen Infrastruktur und der Sharepoint-Webanwendungen bis hin zu den Kosten für Stromverbrauch und Rücklagen für die Ersatzbeschaffung von Hardware. Mit der Aufzählung erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Frage: Warum erwähnst du extra die Betriebskosten der kostenlosen Sharepoint Foundation Edition? Das ist doch total klar.
    Antwort: Wenn das jedem so klar wäre, hätte ich es an dieser Stelle nicht erwähnen müssen. Leider, leider ... 8o ;(

    Frage: Was kann ich in diesem Artikel erfahren?
    Antwort: Ich beleuchte hier nach und nach meine Erlebnisse mit dem Produkt "Microsoft Sharepoint Foundation 2013" mit Schwerpunkt auf der technische Betrachtung.


    Systemvoraussetzungen (Stand: 09.10.2013)

    - Microsoft empfiehlt für den produktiven Einsatz die Trennung von Webserver (Sharepoint Foundation Installation 1), Anwendungsserver (Sharepoint Foundation Installation 2) und Datenbankerserver (MS-SQL)
    -- Webserver: CPU mit 64 Bit, 4 Prozessorkerne; 12 GB RAM, 80 GB für das Systemlaufwerk
    -- Anwendungsserver: CPU mit 64 Bit, 4 Prozessorkerne; 12 GB RAM, 80 GB für das Systemlaufwerk
    -- MS-SQL-Datenbankserver: CPU mit 64 Bit, 4 Prozessorkerne; 8 GB RAM, 80 GB für das Systemlaufwerk

    - Der Installer von Microsoft Sharepoint Foundation 2013 wird mit der integrierten und kostenlosen MS-SQL Server 2012 Express ausgeliefert.
    -- Limitiertung dieser Datenbankversion:
    --- Es wird nur ein Prozessor, aber bis zu 4 Prozessorkerne verwendet.
    --- Nutzt maximal 1 GB Arbeitsspeicher.
    --- Eine Datenbank darf maximal 10 GB groß sein.
    --- Die Volltextindexierung und -Suche ist nur in der Edition “Express with Advanced Services” möglich.


    Produktive Infrastruktur

    - virtualisierter Webserver / Anwendungsserver (Windows 2012) für erhöhte Ausfallsicherheit und skalierte Ressourcenverwendung: CPU mit 64 Bit, 4 Prozessorkerne; 12 GB RAM, 100 GB für das Systemlaufwerk
    - MS-SQL-Datenbankserver: Aufgrund der Limitierungen der mitgelieferten MS-SQL Server 2012 Express-Version wird von mir eine produktive Installation dieser Version nicht empfohlen. Ich werde die Infrastruktur auf auf einem MS-SQL-Cluster mit mindestens MS-SQL Server 2008 oder 2012 Standard Edition betrieben. So ist auch hier eine erhöhte Ausfallsicherheit und skalierte Ressourcenverwendung möglich.

    Wichtig: Es gibt Funktionseinschränkungen von Sharepoint Foundation 2013 zu den anderen Sharepoint Versionen (Standard und Enterprise). Eine Einschätzung zu den Erfordernissen gibt der zuständige Mitarbeiter, der in seiner Funktion als Sharepoint-Designer / Entwickler eng mit den technsichen Sharepoint Administratoren zusammenarbeitet und in die Infrastruktur-Konzeption von Anfang an eingebunden wird.

    Hinweis: Erfahrungsgemäß stößt man bei komplexeren Fragestellungen rasch an die Grenzen der jeweilig niedrigeren Sharepoint-Edition.


    Praxis

    1.) Windows 2012 Server in Firmendomäne aufnehmen
    2.) Installation der Sharepoint Foundation 2013 (im folgenden SPF2013 genannt) Version auf vorbereitetem Windows 2012 Server

    (wird fortgesetzt ...)
    Dateien

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