Geisterbär

  • Bericht für die Clanwache
    Es ist wohl kein Zufall, das der ilKhan gerade jetzt diesen Bericht fordert, da er meinem Clan die Gelegenheit gibt, seine Handlungen in letzter Zeit zu erklären, die einige Khane erzürnt haben. Dieser Bericht enthält die wahren Gründe für die lange Reise der Geisterbären von Schwäche zur Stärke trotz der andauernden Verfolgungen durch unsere Nachbarn. Den Fußstapfen unserer Gründer folgend, blieb unser Clan seinem Kurs treu und die manchmal heftigen Rückschläge konnten uns letztendlich nicht am Erfolg hindern. Mögen die folgenden Sätze von unseren Feinden und unseren Verbündeten gemeinsam vernommen werden. Vielleicht werden in der Zukunft auch andere Clans die Weisheit von Tseng und Jorgensson zu akzeptieren lernen. - Loremaster Laurie Tseng

    Vergangenheit der Bären
    Der Strana Mechty Geisterbär ist eine erstaunliche Kreatur. Das größte einheimische Raubtier des Planeten ist mehr als fünf Meter groß, wenn es auf den Hinterbeinen steht. Sein Name entstand durch seine Fellfärbung und seiner Fähigkeit aus dem nichts aufzutauchen. Er ist zu groß, um die Beute über lange Strecken zu jagen und muß daher eine Hinterhalts-Taktik verwenden. Durch seinen weißen Pelz getarnt, graben sich die Bären oft Stunden oder tagelang ein und warten darauf, dass ihre Beute in Reichweite kommt. Dann schlägt das massive Tier mit einer solchen Geschwindigkeit zu, daß das blanke Auge fast nicht in der Lage ist, den Angriff zu beobachten. Im Schnee sind dann häufig nur noch kleine Blutspuren zu entdecken.

    Wie sein Namensgeber ist Clan Geisterbär ein konservativer Jäger. Er überhastet nichts und das gängige Motto lautet "Warte und schaue". Wenn sich der Bär schließlich bewegt, sind die Ergebnisse schnell und oft äußerst heftig. Sobald der Bär sein Ziel gewählt hat, kann ihn nichts in seinem Weg stoppen. Genauso ist der Weg unseres Clans.

    Die Anfänge des Clans
    Der Charakter von Clan Geisterbär geht auf seine Gründer, Sandra Tseng und Hans Ole Jorgensson zurück. Beide kämpften zusammen mit Aleksandr Kerenskys Truppen in der Schlacht um Terra und trafen sich auf einer Feier, die dem Sieg gewidmet war und auf der auch der vielen Toten gedacht wurde. Kurze Zeit später heirateten sie, blieben aber weiter im Dienst der SBVS. Die allgemeine Ankündigung Kerenskys, einen Exodus durchführen zu wollen, erschütterte vorübergehend ihren Glauben an ihn. Obwohl sie ihm zustimmten, das der Niedergang der Inneren Sphäre unvermeidlich sei, zweifelten sie an Kerenskys Fähigkeit, ein Unterfangen mit so vielen Zivilisten erfolgreich durchzuführen. Beide besaßen auch noch Familien in der Inneren Sphäre, die sie nicht verlassen wollten. Nach langen und schwierigen Überlegungen, entschlossen Tseng und Jorgensson sich, in der Inneren Sphäre zu bleiben und das zu verteidigen, was von dem Sternenbund noch übrig war.

    Die Geschichte der Geisterbären hätte also geendet, bevor sie überhaupt anfing, wenn es nicht zu einem schicksalsträchtigen Ereignis gekommen wäre. Unsere Gründer waren zum Zeitpunkt des Exodus auf New Samarkand stationiert, als Hunderte von Schiffen sich dort versammelten und sich auf ihre historische Reise vorbereiteten. Am Tag vor dem Abflug aus der Inneren Sphäre sahen Tseng und Jorgensson eine Botschaft des großen Vaters, die an die Massen gerichtet war. Diese Botschaft und ihre Worte bewegten unsere Gründer so sehr, dass sich Tseng und Jorgensson doch dem Exodus anschlossen.

    Sie wurden für die Reise an Bord der "Prinz Eugen" untergebracht, wo die Gründer die schlimmste Phase der Unruhe miterlebten, die von der langen und unsicheren Reise erzeugt wurden. Zu ihren Gunsten ist zu sagen, das Tseng und Jorgensson zu der Minderheit gehörten, die die folgende Meuterei verhindern wollte, die schließlich an Bord dieses Schiffes ausbrach. Sie demonstrierten ihre Loyalität zum großen Vater, indem sie halfen, diese niederzuschlagen, und der Rest konnte ohne besondere Vorkommnisse bewältigt werden.

    Nach der Ankunft der Flotte auf den Pentagon-Welten waren Tseng und Jorgensson unter den vielen Soldaten, die aus dem Dienst ausscheiden mußten. Intelligent und einfallsreich, wie sie waren, paßten sie sich schnell an das zivile Leben an und wurden Gruppenführer und arbeiteten in der Industrie und dem Handel auf ihrer neuen Heimat Babylon mit. Bald nach der Landung bekamen sie einen Sohn. Die Familie lebte zehn Jahre lang friedlich ihr Leben. Obwohl sie nicht mehr als Soldaten dienten, zeigen Aufzeichnungen, daß beide regelmäßig auf Simulatoren trainierten, um ihre MechKrieger-Fähigkeiten zu erhalten. Vielleicht ahnten sie, welche schwierige Zeit noch vor ihnen liegen würde.

    Der Konflikt, der später als der Pentagon-Bürgerkrieg bekannt werden sollte, begann auf Eden, als alte Rivalitäten erneut ausbrachen und schließlich in einer Revolte endeten. Wie viele andere auf Babylon glaubten Tseng und Jorgensson nicht, das die Gewalt lange dauern würde, und dachten auch nicht, dass die Unruhe auch auf andere Pentagonwelten übergreifen könnte. Sie wurden auf tragische Weise eines Besseren belehrt, als ihr Sohn von einem Querschläger, der während einiger Unruhen zwischen ehemaligen Angehörigen des Lyranischen Commonwealth und des Draconis Kombinats abgefeuert worden war, getötet wurde. Kein wahrgeborener Clanner kennt den Kummer, der unsere Gründer an diesem Tage befiehl, wir wissen nur, daß er katastrophal war. Es existieren leider keine Aufzeichnungen über den Namen des Sohns noch über sein Aussehen und sein Todestag und sein Geburtstag, noch, wo er begraben wurde.

    Die Trauer drohte, unsere Gründer zu überwältigen, sogar als die Kämpfe die gesamten Pentagonwelten erfaßten. Als wahre Krieger verwandelten sie ihre Trauer in rechtschaffende Wut. In diesem Moment wurde der wahre Geist des Clan Geisterbär geboren. Dank ihres unermüdlichen Trainings wurden sie schnell in die Ränge der 146. Royal Battlemech Division unter dem Kommando von Nicholas Kerensky aufgenommen. Nach dem Tod des großen Vaters auf Eden wurde der Streit immer heftiger, und Nicholas traf schließlich die schicksalhafte Entscheidung, einen zweiten Exodus zu unternehmen. Er erhielt die Hilfe von Tseng und Jorgensson, die als überragende Sprecher bekannt waren, und bat diese, jene zu finden, die ihn in diesem Unterfangen unterstützen könnten. Sechs Monate lang reisten unsere Gründer durch das kämpfende Pentagon, fanden aber kaum Unterstützung durch das Militär, dafür aber um so mehr durch die Wissenschaftler und die Arbeiter. Zusammen mit dem Kern Nicholas treu ergebener Krieger begannen diese neuen Rekruten den zweiten Exodus über die Grenze hinaus, in ein Gebiet, das heute als der Kerensky Cluster bekannt ist.

    Die Odyssee der Bären
    Alle, die Nicholas auf dem zweiten Exodus begleiteten, wußten, daß sie eine schwierige Straße betraten und daß nur eine radikale Änderung sicherstellen könnte, daß sich die Tragödie des Pentagon Bürgerkriegs nie wiederholen würde. Nicholas plante, eine völlig neue Gesellschaft zu erschaffen, wobei Tseng und Jorgensson unter den größten Befürwortern waren und alle ihre Überredungskünste nutzten, um die Leute von der Weisheit der Entscheidung Nicholas' zu überzeugen. Es war deshalb für sie ein Schock, als der Gründer ihnen ihre neuen Positionen innerhalb der neuen Gesellschaft mitteilte. Sie wurden zwei verschiedenen Clans zugeteilt. Nicholas meinte, daß das gleichmäßige Verteilen seiner Möglichkeiten unter den Clans ihre Durchführbarkeit sicherzustellen würde und da Tseng und Jorgensson zu seinen loyalsten Beratern gehörten, meinte er, wäre es ein Fehler, sie in einen einzigen Clan zu konzentrieren.

    Ebenso, wie sie es beim ersten Exodus getan hatten, wogen Tseng und Jorgensson die Folgen vorsichtig gegeneinander ab und wählten dann mit tiefem Bedauern, Nicholas' Entscheidung abzulehnen, sie zu teilen. Wissend, dass sie ihren Kommandanten nicht unter Kriegsrecht verlassen konnten, entschieden sie, das sie lieber gemeinsam sterben wollten, als getrennt zu leben. Sie packten einige Überlebenspakete ein und verschwanden leise in die antarktische Wildnis von Strana Mechty.

    Nach rund drei Wochen waren ihre Vorräte und ihre Ideen am Ende. Fast Tod suchten unsere Gründer Zuflucht in einer Höhle in einem Tal der Minsk-Berge. Ihre Reise wurde das Zeugnis von Legenden, als ein Geisterbär die Höhle betrat, gerade in dem Moment, wo sie sich der Dunkelheit des Todes hingeben wollten. Die große Kreatur betrachtete sie für einen Moment leise, richtete sich auf ihre Hinterbeine auf und brüllte laut, um Tropfsteine von der Höhlendecke zu klopfen. Es ging dann auf alle viere zurück und betrachtete das Ehepaar erneut, wobei es seinen massiven Kopf hin und her bewegte, als erwarte es eine Reaktion. In einem Augenblick der Inspiration kamen der beinahe erfrorene Mann und seine Frau mit ihren letzten Kräften wieder auf die Beine und schrieen mit letzter Kraft ihren Zorn und ihre Angst heraus. Der Geisterbär umkreiste das Ehepaar und untersuchte sie nach Zeichen der Schwäche. Sie hielten zäh ihre Stellung bis Tseng und Jorgensson schließlich bewußtlos zusammenbrachen.

    Als sie erwachten, sahen sie, dass der Geisterbär sich um sie gelegt hatte, um sie zu wärmen, während sie schliefen. Als sie sich rührten, verließ der Bär die Höhle und kam Momente später mit einem frisch getöteten Kaninchen in seinem Maul zurück. Es legte den Fang vor ihre Füße, biß dann die Hälfte mit einem Biß ab. Es trat dann zurück und beobachtete sie genau. Zuerst sehr vorsichtig nahmen Tseng und Jorgensson das angebotene Mahl an und genossen das rohe Fleisch mit viel Hunger. Im Verlauf der nächsten drei Tage brachte der Bär ihnen regelmäßig Fleisch, sodass sie in der Lage waren, ihre Stärke zu regenerieren.

    Am dritten Tag wurden unsere Gründer Zeugen der wahren Natur ihres Beschützers. In ihrem schwachen Zustand hatten sie nicht erkannt, daß sich eine ganze Familie von Geisterbären um sie gekümmert hatte. Die breite Auswahl an allen Altersstufen bedeutete, daß der Geisterbär kein einsames Raubtier war, wie sie vorher gedacht hatten, sondern lieber in einer ein ganzes Leben anhaltenden Familie lebte. Diese Enthüllung inspirierte unsere Gründer dazu, zu Nicholas zurückzukehren, immer im Kopf den Beweis, dass die Familie sehr wichtig ist, und um ihr Recht zu kämpfen, als Team in einem Clan zu agieren.

    Auf ihrem langen Weg zurück zu den Clans, beobachteten unsere Gründer einen Streit um ein Territorium zwischen zwei jungen Geisterbären. Angetan durch die wilde Schönheit des Konfliktes, gelobten sie, zu den Geisterbären zurückzukehren und sich gegen einen Geisterbären zu prüfen, sobald sie wieder vollständig genesen waren. Nach ihrer Rückkehr zu den Clans imponierte die Solidarität, von Tseng und Jorgensson gezeigt worden war, Nicholas so sehr, dass er es ihnen gestattete, gemeinsam in einem Clan Dienst zu tun.

    Die Geburt eines Clans
    Sobald sie sich von ihrer schweren Probe erholt hatten, kam Nicholas zu Tseng und Jorgensson und informierte sie über seine Entscheidung, sie beide dem Clan Geisterbär zuzuteilen. Sie nahmen zusammen an einem Trial of Position teil und besiegten gemeinsam alle 6 Gegner, die sich ihnen in den Weg stellten, was dazu führte, dass beide zu den Kandidaten für die Führung des Clans gehörten. Die Geschichte ihrer Erlebnisse mit dem Geisterbären hatte sich überall unter den Clans ausgebreitet. Die Krieger des Clan Geisterbär wandten sich deshalb an Tseng und Jorgensson, um zu lernen, wie sie die Art ihres Totem in die Übungen ihres Clans und ihren Taktiken integrieren könnten.

    Mit Nicholas' Erlaubnis, Clan Geisterbär genauso aufzubauen, wie sie es für nötig hielten, solange sie den Weg der Clans einhielten, bildeten Tseng und Jorgensson das Fundament für viele unserer heutigen Traditionen. Das Wichtigste war die Kameradschaft, die sie unter den ursprünglichen vierzig Kriegern schmiedeten. Darauf hoffend, eine noch stärkere Bande der Loyalität zu erschaffen, als jene eines bloßen Teams oder sogar einer typischen militärischen Einheit, bemühten sich unsere Gründer, ihre Krieger zu einer wahren Familie zusammenzuschweißen. Zu der Zeit waren eiserne Gebärmuttern und die wahrgeborenen Krieger, die aus diesen hervorgehen sollten, noch Zukunftsmusik und nur Gedanken von Nicholas Kerensky, was zur Folge hatte, dass die Familie immer Gültigkeit und Rechte hatte.

    Am ersten Jahrestag der ersten Begegnung mit dem Geisterbären führten Tseng und Jorgensson eine Jagdgruppe in die antarktische Wildnis von Strana Mechty; dies sollte das erste "Clawing" Ritual werden. Die Gruppe kam zu einem verwirrten Geisterbären, der anscheinend von dem Polarlicht an Strana Mechtys Himmel geblendet wurde. Obwohl die Gruppe das unaufmerksame Tier leicht aus dem Hinterhalt hätte, überfallen könnte, stand Hans Jorgensson stattdessen auf und stieß einen furchterregenden Kriegsschrei aus. Der Bär, davon völlig überrascht, antwortete mit seinem eigenen, einschüchternden Schrei. Flankiert von seinen Kriegern, kämpfte Jorgensson gegen das Tier in einem Einzelkampf. Das Paar umkreiste einander zuerst, wobei jeder einige Stöße machte, um den anderen zu prüfen. Nur mit einem rohen Speer und seine überlegene Schnelligkeit bewaffnet, besiegte Jorgensson den Bären mit einem blitzschnellen Vorstoß in das Auge und er trieb den Speer tief in den Kopf des Tiers.

    Überrascht durch diesen Sieg, ging die Gruppe weiter und begegnete bald noch einem Bären. Die Legende besagt, daß der zweite Bär der Partner des Ersten war, der sein Todesheulen vernommen hatte. Passender weise besiegte Sandra Tseng diesen Neuankömmling, in dem sie den Speer in sein Herz stieß; dies in einer überraschenden Explosion von roher Gewalt. Danach zeigten keine Bären mehr ihre Köpfe über dem Schnee, als ob sie anerkennen würden, dass nur die Gründer würdig waren, dem Geisterbären im Kampf gegenüberzustehen. Die Gruppe kehrte nach drei Wochen in die Zivilisation zurück und die Geschichte vom atemberaubenden Erfolg unserer Gründer verbreitete sich durch die ganzen niedrigeren Kasten von Clan Geisterbär.

    Rückkehr zum Pentagon
    Als Nicholas sich zum ilKhan erklärte und die Befehlsstruktur mit zwei Khans für jeden Clan festlegte, wählten die Krieger des Clan Geisterbär Tseng und Jorgensson zu ihren Anführern. Der ilKhan bestätigte bereitwillig die Ernennung und die neuen Khane fingen an, ihren Clan für die Befreiung der Pentagonwelten vorzubereiten.
    Ihre zugewiesene Zielwelt war Arcadia, auf der sie zusammen mit den Clans Blood Spirit, Star Adder und Steel Viper antraten. Obwohl unsere Gründer besorgt waren, beschlossen sie, mit diesen anderen Clans zu kooperieren, aber die Umstände verschworen sich gegen sie. Clan Star Adder, angeführt von dem wichtigsten militärischen Berater Nicholas', Absalom Truscott, einem Mann mit starkem Willen und einem ebenso großen Ego. Er bat niemanden um Hilfe.

    Die Blood Spirits verhielten sich den Geisterbären gegenüber neutral und wandten sich stattdessen den Stahlvipern zu. Aus Gründen, die leider mit der Zeit verloren gingen, verstanden sich unsere Gründer nicht mit dem Khan der Stahlvipern. (Sie würde später nur noch als der "Verräter-Khan" bekannt sein und ihr Verhalten bewies, das unsere Gründer Weise genug waren, ihr zu mißtrauen. Aus Respekt für die Vipern werde ich die genauen Details ihres Verrates nicht erwähnen; es genügt, zu sagen, dass unsere Gründer gute Gründe hatten, ihr zu mißtrauen.

    Die Geisterbären kämpften deshalb praktisch allein auf Arcadia, was sich schließlich als Vorteil erwies. Die Geisterbären-Krieger konnten innerhalb des Clans gut zusammenarbeiten, hatten dies aber bisher nicht mit anderen Clans getan. Die erste Landeeinheit der Geisterbären entkam nur knapp während der Landung der Vernichtung, als sie in eine Patrouille von arcadischer Luft-Raumjäger geriet. Da es den Jägern nicht gelang, die Einheit zu vernichten, griffen sie stattdessen die Star Adder an, was diesen Clan fast daran hinderte, überhaupt mit seinen Operationen zu beginnen. Wenn nicht der Stolz der Star Adder im Wege gewesen wäre, hätten unsere beiden Clans in dem Moment zusammenstehen können; wenn sie dies getan hätten, wäre es beiden besser ergangen.

    Nach dem anfänglichen Rückschlag liefen die Operationen der Geisterbären auf Arcadia sehr gut weiter. Während der Kämpfe riskierten beide Gründer ihre Leben und fügten sich durch selbstlose Taten von Heldentum ein und bewiesen die Richtigkeit des Weges. Es ist vielen bekannt, das unser Clan der Letzte war, der seine Ziele als gesichert meldete, was mehr als eine Woche länger dauerte, als die Operationen der weit mehr konservativen Star Adder. Aber die Geisterbären hatten auch die geringste Verlustrate von allen Clans, die auf Arcadia landete. Sowie eine beeindruckende Aufzeichnung vermiedenen Schäden an zivilen Einrichtungen und sonstigen Gebäuden. Clan Geisterbär erhielt fast so viele Leibeigene, wie die Star Adder und die Ränge des Clans füllten sich mit vielen Veteranen. Unter der wohlwollenden Leitung von Tseng und Jorgensson wurden diese neuen Geisterbären zu den Zeichen, die anzeigten, dass unser Clan Arcadia dominieren würde.

    Der Nicht-Genannte Clan
    Es schmerzt mich, dieses Kapitel unserer Geschichte zu erzählen, aber es ist so wichtig, wie es unglücklich ist. Jedes Schulkind weiß von der Vernichtung des Nicht-Genannten Clans, deshalb werde ich die einzelnen Punkte der Ketzerei dieses Clans nicht wiederholen. Viele wissen aber auch nicht, daß ein kleiner Teil dieses Clans überlebte und entkam und auch nicht, dass mein Clan dafür verantwortlich war.

    Die Geisterbären wollten die Ehre erringen, den Nicht-Genannten Clan zerstören zu dürfen. Besonders Khan Tseng war über die Ablehnung der Beschlüsse der Grand Council empört; Clan Geisterbär sieht den ilKhan als den Vater der Clan-Gesellschaft an und die Befehlsverweigerung dem großen Vater gegenüber sehen sie als unverzeihlich an. Als die Ehre, den Nicht-Genannten Clan zu zerstören, an die Clans Wolf und Widowmaker ging, waren die Geisterbären schockiert und zu Recht verärgert. Unsere Gründer stimmten darin überein, die Entscheidung des Großen Konklave zu akzeptieren, aber nicht jeder Geisterbären-Krieger war derselben Meinung.

    In einem feigen Versuch, der Vernichtung zu entgehen, teilten sich die Kräfte des Nicht-Genannten Clans in kleine Gruppen auf und verschwanden in alle Ecken des Clanraums. Jede dieser Splittergruppen versuchte genug Vorräte zu finden, um weit ab von der bekannten Zivilisation überleben zu können. Auf einem kleinen Mond im Arcadia System sah sich eine Geisterbärenpatrouille eine dieser Renegaten-Einheiten gegenüber. Die Patrouille gab keinen Alarm und die Renegaten verließen den Clanraum unversehrt. Der Kommandant der Patrouille, Star Captain Amon, enthüllte diese Dinge viele Jahre später auf seinem Sterbebett. Es wäre nicht seine Aufgabe gewesen, den Alarm auszulösen und sagte ferner, "die Jagd auf den Nicht-Genannten Clan wäre eine Ehre gewesen, die nur uns zustand. Wenn die Wölfe wirklich vorgehabt hätten, sie aufzuhalten, dann hätten sie es getan. Daß sie versagten, ist nicht die Schuld von mir oder von meinen Männern."

    Zufrieden mit dieser Begründung, fühlte sich Amon anscheinend unschuldig. Für den Rest unseres Clans aber ist diese Episode ein schändlicher Fleck in einer ansonsten reinen Weste. Die Wölfe wurden bei der Enthüllung empört, und führten Überfälle gegen unsere Besitzungen aus, welche sie mit Vergeltung begründeten. Mit der Zeit gelang es unseren Khanen, die Situation in dem Große Konklave zu beruhigen, aber der Schaden war schon angerichtet. Die Clans Wolf und Geisterbär würden sich nie wieder vertrauen können. Von der Zeit an seit dem, entgegen der offiziellen Entschuldigung, belastet uns die Beschämung, die uns Star Captain Amon auferlegte, sehr und die Scham betrachten viele Angehörige des Clan Geisterbär als ihre persönliche.

    Das Goldene Zeitalter
    Ironischerweise begann mit dem Tod von Nicholas Kerensky das sogenannte Goldene Zeitalter, welches eine Zeit war, die auch unserem Clan Wohlstand brachte, welcher aber nicht lange anhielt, angesichts der Tragödie, die unser Clan zu Beginn erlitt. Nicht lange nach dem Tod von Nicholas wurde unsere geliebte Khanin Sandra Tseng dabei getötet, als sie ihr genetisches Erbe gegen Khan Franklin Osis von Clan Smoke Jaguar verteidigte. Der Verlust betrübte den ganzen Clan, der von den Gründern insgesamt 38 Jahre lang geführt worden war. Eine Trauerfeier wurde zu Tsengs Ehren abgehalten, welche eine einfache Zeremonie war, in der alle Glaubensrichtungen der Krieger Clan Geisterbär berücksichtigt wurden. Dieser Gottesdienst gründete die Tradition für solche Zeremonien und wurde auch ausgeführt, wenn ein Khan verstarb oder wir eine große Menge an Kriegern verloren.

    Als sich die Blutnamensträger des Clans versammelten, um einen neuen Khan zu wählen, war Star Colonel Toramano Tseng einer der Kandidaten. Als ein sehr talentierter Mechkrieger und ein überragender Sprecher, stammte er aus der ersten Wahrgeborenen-Sibko, die in Clan Geisterbär gezüchtet wurde und es kam noch hinzu, das Sandra Tseng seine direkte Gen-Mutter war.

    Trotz seines Gen-Erbes war die Wahl noch nicht entschieden und mußte debattiert werden, aber Toramano Tseng wurde zu unserem dritten Khan gewählt (im Alter von 28 Jahren) und er war der erste Wahrgeborene Khan überhaupt bei den Clans. Seine geschickte Führung zeigte den Erfolg des Zuchtprogramms und führte im Nachhinein dazu, dass die Wahrgeborenen gegenüber den Freigeborenen als überlegen angesehen wurden.

    Vor lauter Kummer über den Verlust seiner Frau trat Hans Jorgensson bald nach der Wahl Toramanos von seinem Posten zurück. Corina Tseng übernahm Khan Jorgenssons Position und Frederick Jorgensson nahm die Position des Loremaster an und sicherte damit die Präsenz der Blutlinien Jorgensson und Tseng. Hans starb zehn Jahre später im Schlaf. Aus Respekt für unsere Gründer und auch wegen des fortgesetzten Erfolgs unseres Khans wählt der Geisterbär traditionell nur jene Krieger mit den Tseng und Jorgensson Blutnamen zu Khanen. Jedesmal, wenn ein Angehöriger eines anderen Hauses Khan war, was sehr selten vorkam, erlitt unser Clan Niederlagen und schwere Not.

    Die Geisterbären gediehen im goldenen Jahrhundert, aber unsere gewohnte Vorsicht hielt uns davon ab, zu sehr in den Vordergrund zu treten. Eine große Bedeutung behielt auch das Beibehalten des Familiensinnes in der Tradition von Tseng und Jorgensson, sogar dann noch, als die Familie von allen anderen Clans abgeschafft wurde. So tief verwurzelt waren die Traditionen, dass die Geisterbären allen mißtrauten, die nicht zu ihrer "Familie" gehörten. Im Verlauf der Jahre würde dieser Vorsicht in die archetypische Geisterbären-Meinung "Warten und schauen" münden und das Aufkommen neuer Ideen behindern. Zum Beispiel waren die Geisterbären der letzte Clan, der die OmniMech-Technologie erhielt, welche von Clan Coyote erfunden wurde. Aufgrund verschiedener Bedenken der Geisterbären-Wissenschaftler bezüglich des Designs wurden die neuen Kriegsmaschinen sehr mißtrauisch beäugt. Nur eine Serie von harten Niederlagen von Hand der durch mit OmniMechs ausgestattete Clans brachte unseren Clan zum Einlenken. Unsere Einheiten eroberten mehrere, intakte OmniMechs von Clan Hell's Horses im Jahre 2873 und dann entstanden schnell die Produktionsstätten, um eigene OmniMechs bauen zu können.

    Trotz unseres vorsichtigen Verhalten neuen Ideen gegenüber machte Clan Geisterbär einige Verbesserungen während des Goldenen Zeitalters. Während andere Clans noch planetaren Bergbau benutzten, um sich die nötigen Bodenschätze zu besorgen, erfanden die Geisterbären den verbesserten Asteroiden-Bergbau. Diese Entwicklung gab uns eine gute Handelsposition, aber trotzdem behielten wir so viel Erze, um unsere herrschende Stellung auf dem Markt behaupten zu können. Dank dieses Überflusses an Rohmaterial war der Touman der Geisterbären immer auf der sicheren Seite. Andere Förderungen in Landwirtschaft und Wissenschaft stellten sicher, dass die Geisterbären nicht hinter ihren aggressiveren Nachbar-Clans hinter her hinkten.

    Der Aufstieg Kilbourne Jorgensons
    Das goldene Jahrhundert sah auch den Aufstieg von Kilbourne Jorgensson, nach den Gründern der am meisten geliebte Khan der Geisterbären. Als einer der Ersten Elementare, die im Clan gezüchtet worden waren, war Kilbourne ein außergewöhnlich großer und starker Krieger, mit einer ungewöhnlich ruhigen Art für jemanden seiner Statur. Er wurde im Jahre 2902 zum Khan gewählt und war ein fähiger Botschafter den anderen Clans gegenüber und außerdem ein strategisches Genie und ein wilder Krieger. Ein fähiger Sprecher und sehr charismatisch, prägte er das heutige Bild der Elementare als Rauh und tierartig.

    Wegen ihrer kritischen Nähe zueinander hatten die Geisterbären und die Höllenpferde schon um Territorien und genetisches Erbe gekämpft. Kilbourne führte den Angriff seines Clans auf die Tokasha MechWorks des Clan Hell's Horses persönlich an. Verständlicherweise verzweifelt bemüht, die wichtigste Battlemech-Produktionseinrichtung seines Clans zu verteidigen, bot Khan Aaron Cobb eine ungewöhnlich große Verteidigungsstreitmacht auf, was zur Folge hatte, das Kilbourne dieselbe Größe aufbot und so begann die Schlacht. Die Hell's Horses behinderten unseren anfänglichen Angriff durch ungewöhnliche Taktiken, aber die Wende kam, als ein Querschläger einer Autokanone Kilbourne tödlich traf, als er gerade eine Rede an die demoralisierten Krieger hielt. Ein Moment der Stille lag auf beiden Seiten des Schlachtfeldes, als der Schock, was gerade geschehen war, klar wurde.

    Dann brach die gesamte Wut der Geisterbären aus und sie gerieten in Raserei. Ihren ermordeten geliebten Khan rächen wollend, fielen sie wie Berserker über die Hell's Horses her. In der wildesten Schlacht seit der Rückeroberung der Pentagonwelten vor mehr als einem Jahrhundert rissen die Geisterbären die Hell's Horses praktisch in Stücke und hinterließen keine Überlebenden. Zu ihrem Schutz ist zu sagen, das die Hell's Horses tapfer kämpften in Angesicht eines solchen Widerstandes und mußten einen kämpfenden Rückzug antreten. Der Abzug entwickelte sich schnell in ein Desaster; Khan Cobb befahl schließlich den totalen Rückzug, womit er den Geisterbären die wichtigsten Industrieanlagen zur Battlemechfertigung überließ. Der Verlust von Tokasha kam die Hell's Horses teuer zu stehen und ist heute noch der Grund für eine heftige Fehde zwischen unseren beiden Clans.

    Operation Revival
    Obwohl die Doktrin der versteckten Hoffung des großen Vaters den Tag unserer Rückkehr vorhersagte, wurden die ersten Stimmen nach einer Invasion um das Jahr 2980 laut. Es kamen nur wenige Situationsberichte aus der Peripherie und dies erst ab 2984; dies führte zur großen Debatte, welche die Clans in Crusader und Warden spaltete. Zu vorderst stand die Khanin der Geisterbären, Nadia Winson - es ist eine gewisse Ironie, das sie als Leibeigene zu den Geisterbären kam und vorher zu unserem größten Rivalen, den Wölfen gehörte. Sie war aber ein überzeugter Crusader, was im genauen Gegensatz zu der Ausrichtung der Geisterbären stand.

    Bis zum Jahre 3000 wuchs die Unterstützung der Crusader immer mehr und so verlangte Khanin Winson eine Abstimmung über die Invasion vor dem Großen Konklave. Einmal wieder standen die Wölfe den Zielen der Geisterbären im Wege, als sie den "Dragoner-Kompromiß" vorstellten, um mehr Informationen über die Situation in der Inneren Sphäre zu erlangen. Dieses verhinderte die Invasion um weitere 50 Jahre, sodass sichergestellt war, das Khanin Nadia Winson die Früchte ihrer harten Arbeit nicht mehr erleben würde.
    Die Ankunft des Comstar Raumschiffs "Outbound Light" im Jahre 3048 sorgte für eine sofortige Abstimmung über die Invasion, die einmal mehr von den Wölfen behindert wurde. Im daran anschließenden Trial of Refusal hatte unser Clan die Ehre, an der Seite von Khan Leo Showers von Clan Smoke Jaguar zu kämpfen und zu besiegen. Aber leider wurden dabei die Khane der Geisterbären, Nornian Tseng und Ursula Jorgensson, von dem Khan der Wölfe, Ulric Kerensky, getötet. In einer Rede vor der Großen Konklave äußerte sich Ulric in der Form, daß diese neuen Situationen ein Umdenken erforderte. Unser Clan nahm sich diese Rede zu herzen und wählte gegen die üblichen Traditionen Karl Bourjon und Theresa DelVillar zu den neuen Khanen.

    Das Große Konklave legte fest, das vier Clans an der Invasion teilnehmen sollten. In den folgenden Trials erstritten sich die Geisterbären das Recht, an der Invasion teilnehmen zu dürfen; ihnen wurde der Korridor zwischen dem Draconis Kombinat und der Freien Republik Rasalhaag zugewiesen. Khan Bourjon erwartete nur geringen Widerstand in der Inneren Sphäre und wollte vermeiden, Besitzungen des Clans in den Heimatwelten unnötig mit den Kriegsangelegenheiten zu belasten. Die Geisterbären-Flotte trug die wenigsten Vorräte und die wenigste Ausrüstung irgendeines Clans mit sich.

    Tückischer Start
    Die ersten Einheiten der Geisterbären fegten problemlos durch die Peripherie. Im Nachhinein beruhigten diese frühen Siege gegen schwache und systemlose Armeen unseren Clan im falschen Sinne von seiner Überlegenheit der Inneren Sphäre gegenüber. Zusammen mit einem Mangel an genügend Vorräten resultierte dies in einer schwachen Vorstellung unseres Clans während der ersten beiden Wellen der Invasion. Die Bären errangen aber auch beeindruckende Schlachten. Die Eroberung von Thule in der ersten Welle und Jarett in der zweiten waren hart erkämpfte und gut geschlagene Schlachten und die Geisterbären nahmen auch viele gute Leibeigene. Trotz dieser Siege kam unser Clan deutlich langsamer voran, als alle anderen, hauptsächlich, weil Khan Bourjon bestimmte, das nur kleine Garnisonseinheiten zurückgelassen wurden, was in einigen Fällen dazu führte, dass diese von rebellischen Freigeborenen zurückerobert wurden. Diese Aufstände zu befrieden machte es erforderlich, Truppen von der Frontlinie abzuziehen; diese Truppenbewegungen in Kombination mit den schwindenden Vorräten sorgten dafür, dass wir nicht so erfolgreich waren, wie die anderen Clans.

    Leo Showers überzeugte unseren eigenen Khan davon, dass die beste Gelegenheit für einen Sprung nach vorne in einer Invasionsanstrengung der Geisterbären läge. Ein Gebot um das Recht an der Invasion Rasalhaags wäre ein Segen für die Geisterbären und würde auch gleichzeitig den Sturmlauf der Wölfe bremsen. Als ein Sprungstein nach Rasalhaags entschieden sich die Khane der Geisterbären zu einem Angriff aus Last Frontier, welchen sie selbst anführen wollten. Dieser Angriff begann zu Beginn der dritten Invasionswelle. Die Verteidiger leisteten nur geringen Widerstand.
    Ein Zufallstreffer durch eine Rakete tötete Khan DelVillar.
    Khan Bourjon schaffte es, seine Truppen zu sammeln und den Planeten zu erobern; danach versammelte er die Mindestanzahl Blutnamensträger, um einen neuen saKhan zu wählen.

    Star Captain Aletha Kabrinski, Eidmeister des Clans und aggressive Mechpilotin eines leichten Mechs, wurde mit knapper Mehrheit aufgestellt und gewählt. In ihrer ersten Aktion als saKhan verdammte sie die Ausführung der Invasion durch Khan Bourjon, wobei sie zwar seine Kriegerfähigkeiten nicht anzweifelte, wohl aber seine taktischen Fähigkeiten. Viele der versammelten Krieger stimmten ihr hier zu, sodass dies ihr erlaubte, Khan Bourjon um seinen Posten herauszufordern. Um seine Stelle einzunehmen, nominierte sie den Luft-Raumjäger-Piloten Bjorn Jorgensson. Khan Bourjon musste antreten, da es eine Abstimmung gegen ihn war und nicht gegen seinen Posten und dies durch eine einstimmige Wahl bestätigt wurde. Star Colonel Jorgensson wurden einstimmig zum neuen Khan gewählt.

    Karl Bourjon verlangte umgehend ein Trial of Refusal und wählte seinen 'Mech. Jorgensson war kräftig gebaut und eigentlich als Mechkrieger geboren, was ihn zu einem gefährlichen Gegner im Faustkampf machte. Bourjon, im Gegensatz, war leichter gebaut, was zusammen mit seinem Alter dazu führte, dass er ein schlechter Faustkämpfer war. Die Auswahl, in ihren Maschinen zu kämpfen, gab Jorgensson die Oberhand in seinem Kirghiz-Jäger. Obwohl Bourjon den Dschungel als Deckung vor Bombardierungen und Angriffen benutzte, war das Ergebnis nie infrage gestellt. Nachdem endlich wieder ein Jorgensson an der Spitze des Clan Geisterbär stand, konnte die Invasion für die Geisterbären endlich richtig beginnen.

    Der Bär bewegt sich vorwärts
    Die neuen Khane der Geisterbären starteten sofort einige Reformen, um die Geisterbären wieder auf die richtige Fährte zu bringen. Seinen Stolz umgehend, vereinbarte Khan Jorgensson mit dem Reserveclan, den verhaßten Stahlvipern, dass diese einige wichtige Welten für die Geisterbären besetzen sollten. Schwache Garnisonen waren zum großen Teil für die frühen Probleme verantwortlich und der neue Khan wollte nicht denselben Fehler wie sein Vorgänger machen.

    Das entscheidende Gebot für Rasalhaag wurde von der Neuorganisation der Geisterbären verhindert und fand schließlich am 7. April 3050 an Bord des Flaggschiffes "Dire Wolf" statt. Khan Jorgensson trat gegen Ulric Kerensky an und berechnete seine Gebote so, dass er die Wölfe für die Verluste von Nornian und Ursula zwei Jahre vorher bezahlen lassen konnte. Das Angebot war so gespannt und so gut ausgehandelt, das jede Seite bis zum Äußersten gehen mußte. Als das Bieten die Grenze von 5 Clustern erreichte, erkannte Jorgensson, daß er verlieren würde. Um die Wölfe so stark wie möglich zu schwächen, trieb er das Bieten auf 3 Cluster herunter, bevor er aufgab. Erstaunlicherweise gelang es den Wölfen trotzdem, Rasalhaag in einer schwierigen, 15tägigen Aktion einzunehmen, wohl auch dank der Hilfe ihres Leibeigenen, Phelan Kell und eines lokalen Virus. Dieser Schlag gegen die Ehre des Geisterbären wird aber bald gerächt werden.

    Daran gehindert, Rasalhaag zu erobern, griffen unsere Einheiten die anderen Ziele der dritten Welle an. Angetrieben durch die neue dynamische Führung und verstärkt durch zusätzliche Einheiten, die dank des Einsatzes der Stahlvipern frei wurden, eroberten die Bären Welt um Welt einer Folge glänzender Siege. Khan Jorgensson setzte diesen bestimmten Trend in der vierten Welle fort.

    Während dieser Periode führte Khan Jorgensson eine neue Politik ein, wenn es sich um das Verhalten der besiegten Bevölkerung gegenüber handelte. Er sperrte die rebellischen Elemente nicht in Straflager ein, sondern setzte sie dazu ein, die von den Kämpfen geschädigten Städte wieder aufzubauen. Während sie Seite an Seite mit den Geisterbär-Einheiten arbeiteten, um das Leiden der Leute durch den Krieg zu lindern, lernten sie die wahren Geisterbären und verstehen. Die Geisterbären hatten im Gegenzug auch Gelegenheit, ihre neuen Schutzbefohlenen besser kennen zu lernen. Auf dem Planeten Policenigo ging es sogar soweit, das die Geisterbären jubelnd empfangen wurden, da sie gleichzeitig einen tyrannischen Diktator entfernten, und der Planet wurde eine Schlüsselwelt für den Nachschub und den Handel.
    Der brüllende Bär
    Kein Clan war mehr schockiert als die Geisterbären, als ilKhan Leo Showers völlig unerwartet während eines Selbstmordangriffes getötet wurde. Die Rückkehr in den Raum der Clans, um den neuen ilKhan zu wählen, gab den Geisterbären Gelegenheit, um das zu verarbeiten, was geschehen war. Sie gab uns auch die Möglichkeit, unsere Gebiete zu sichern und die neuen Angriffsstrategien auszuarbeiten.

    Khan Jorgensson setzte unsere Händlerkaste dazu ein, eine ununterbrochene Nachschublinie zwischen den Heimatwelten und der Inneren Sphäre zu schaffen. Dieser Zug garantierte, daß die letzte Phase der Invasion nicht Versorgungsengpässen behindert wurde, und kam gleichzeitig unsere künftigen Pläne mit dem Invasionskorridor zuvor. Unser Khan schlug auch vor, daß Kommandanten auf das Ritual des Zellbrigen verzichteten, sobald sie gegen Einheiten der Inneren Sphäre kämpften. Bis dahin wurden nur Söldnereinheiten ohne das Ritual des Zellbrigen angegriffen. Bald aber behandelten wir alle Einheiten der Inneren Sphäre auf diese ehrlose Art, solange sich nicht deutlich bereit erklärten, unsere Gepflogenheiten zu akzeptieren.

    Diese Veränderungen in der Politik brachten auch Änderungen in der Einstellung des Clans zu der Invasion mit sich. Aletha Kabrinski, bis dahin überzeugte Crusaderin, zeigte immer mehr Zeichen dafür, dass sie sich den Warden-Ansichten hingezogen fühlte. Vielleicht beeinflußte der Tod des ilKhan sie persönlich, oder das enge Zusammenarbeiten und Leben mit den Bewohnern der Inneren Sphäre veränderte ihre Gefühle. Was auch immer der Grund gewesen sein mag, sie wurde immer mehr eine Anhängerin der Warden-Philosophie, wodurch sie immer mehr einer Meinung mit Khan Jorgensson und dessen wohlverborgenen politischen Ansichten war. Jorgensson war im Herzen schon immer ein Warden gewesen, nur durch seine Rivalität mit den Wölfen und seinen Respekt ilKhan Showers gegenüber in das Lager der Crusader gedrückt. Nun, da beide eine gemeinsame Linie bildeten, fingen viele Krieger des Clans an, ihre Meinung und ihr Verhalten zu ändern.

    Die fünfte Welle der Invasion war ein atemberaubender Erfolg. Die Geisterbären eroberten achtzehn Welten, wobei ihre Leistung durch die Einnahme der hart verteidigten Kombinatswelt Alshain gekrönt wurde. Alshain war ein wichtiges strategisches und industrielles Zentrum des Hauses Kurita, und der Verlust war ein harter Schlag für das Kombinat und ein Vorwärtsschub für die Bären. Wir verlagerten unser Hauptquartier schnell nach Alshain noch, während die fünfte Welle lief.

    Im Jahre fand die Schlacht um Terra stellvertretend auf dem Hinterwäldlerplaneten Tukayyid statt und hielt die Bären auf. Obwohl Khan Jorgensson diese Veränderung nicht gefiel, sah Khan Kabrinski den Konflikt als eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Invasion zu einem entscheidenden Ende zu bringen, wobei sie sicher war, dass die Clans siegen würden. Wir wissen zu gut, dass dies nicht der Fall war. Die Schlacht auf Tukayyid war wohl die schlimmste in der Geschichte unseres Clans, noch verschlimmert durch die Zerstörung des Holth Waldes während eines verzweifelten Versuchs der Comguards, unsere Einheiten abzulenken. Der Trick klappte, leider mit tödlichen Folgen. Zusätzlich zu Tausenden von Morgen Waldfläche, die vernichtet wurden, verlor Clan Geisterbär zwei komplette Cluster in diesem Inferno. Wenn die Ehre der Comguards ihrer Entschlossenheit geglichen hätte, hätten die Bären auf Tukayyid bestimmt verloren. Aber so eroberten und hielten sie eines von zwei Zielen, trotz der verabscheuungswürdigen Taktiken unserer Gegner und konnten einen kleinen Sieg für unseren Clan beanspruchen. Obwohl die Bären auf viel mehr gehofft hatten, waren wir besser als irgendein anderer Clan, außer natürlich wieder der Wölfe.

    Winterschlaf
    Mit einem fünfzehn Jahre dauernden Waffenstillstand konfrontiert, entschlossen sich unsere Khane, unsere Position in der Inneren Sphäre zu sichern. Khan Jorgensson änderte die Situation auf den in Besitz genommenen Welten schließlich, indem er die meisten der lokalen Regierungen wieder in ihr Amt einführte und der Clan sich nur minimal einmischen sollte. In einem Versuch, die Wirtschaft zu fördern, starteten die Khane einige Wirtschaftsprojekte, um die Mitarbeiterzahlen zu erhöhen und gleichzeitig den Touman der Bären zu entlasten. Er gestattete des weiteren einen eng begrenzten Handel mit der Inneren Sphäre, aber immer unter Aufsicht der Kriegerkaste.

    Im Jahre 3054 waren aber die Zahlen der Erfolge der Anstrengungen der Geisterbären in ihrer Besatzungszone rückläufig, verursacht durch die monatelange Transportzeit zwischen den Heimatwelten und der Inneren Sphäre. Zusätzlich herrschte Aufruhr unter den zurückgelassenen Angehörigen der Kriegerkaste und den niedrigeren Kasten, die auf den meisten Welten im Kerensky Cluster stationiert waren. Der Ärger fing bereits an, die Familie der Geisterbären zu spalten.
    Um seinen Clan zu stärken und seine Leute wieder zu vereinigen, schlug Khan Jorgensson einen gefährlichen Plan vor. Der gesamte Clan sollte permanent in die Innere Sphäre übersiedeln. Er rief die gesamte Kriegerkaste, wie in so wichtigen Entscheidungen üblich, zur Abstimmung auf und diese entschied sich für die Umsiedelung. Obwohl dieser Abzug keine Clan-Gesetze und Traditionen verletzte, führten wir den Umzug nichtsdestoweniger in aller Heimlichkeit durch, um Angriffe gegen unsere Güter oder Raumschiffe während des Umzugs zu vermeiden.

    Gegenwart und Zukunft
    Das "Great Refusal", welches ausgekämpft und von den neuen Sternenbund-Verteidigungs-Streitkräften auf Strana Mechty gewonnen wurde, und die gesamte Invasion beendete, sorgte für Aufruhr unter den anderen Clans. Khan Jorgensson gab den Warden-Khanen die Möglichkeit, sich aus dem Trial herauszuhalten, eine Tat, die einige als ein Zeichen von Schwäche sehen.

    Unsere Rückkehr in die Innere Sphäre begann im Frühjahr des Jahres 3055 und ist beinahe beendet. Clan Geisterbär behält kleine, aber wichtige Besitzungen, unter anderem seine Besitzungen auf Arcadia, die von Nicholas Kerensky an unseren Clan übergeben wurde. Außerdem besetzt ein Elite-Cluster unseren traditionellen Vorposten auf Strana Mechty. Außer diesen Basen bleibt nichts von unserem Clan im Pentagon und dem Kerensky Cluster zurück. Die Innere Sphäre nun wieder unsere Heimat und von ihr aus werden wir uns eine neue Zukunft aufbauen.

    Begeht nicht den Fehler, unsere Reden von Bruderschaft und Freundschaft zu verachten, denn diese haben unseren Kriegergeist nicht geschwächt. Aber die Tage der Operation Revival liegen hinter uns. Wir haben eine neue Ära begonnen und wieder führt Clan Geisterbär den Weg an. Obwohl wir Warden sein mögen, sind wir weiterhin ein Clan und als solcher werden wir jede Herausforderung auf unsere Güter oder unsere Ehre akzeptieren.

    Im Herbst 3062 versuchte das Kombinat einen Angriff auf unsere neue Zentralwelt Alshain. Wie zu erwarten war, haben die Krieger unseres Clans die mehrere Regimenter umfassenden Angreifer binnen kurzer Zeit vernichtet. In der darauf folgenden Offensive erteilten wir dem Kombinat eine Lektion, die sie nicht so schnell vergessen werden. Während der furchtlose Geisterbär seine Pranken erneut in das Fleisch seiner freigeborenen Gegner schlug, machten sich die hinterhältigen Hell's Horses daran, unsere leicht verteidigten Welten, tief innerhalb des Dominion zu überfallen und brandschatzend durch die Lande zu ziehen. Auf dem Planeten Predlitz gelang unseren zahlenmäßig weit unterlegenen Verteidigungsstreitkräften unter Star Captain Jake Kabrinski ein Sieg gegen den Khan der Höllenrösser selbst, was die Angriffe auf breiter Front zum Erliegen brachte und uns ermöglichte schnell zurückzuschlagen. Die Pranken des Geisterbären haben die Höllenrösser gänzlich aus ihren Besitzungen der Inneren Sphäre vertrieben. Dabei entdeckten wir die Mittäterschaft des Wolf Clans und unternahmen Schritte den Wölfen eine blutige Nase einbrachten. Mit der Eroberung von Gunzburg, einem Planeten, den Clan Wolf mit Hilfe nur eines Mannes und ohne Waffengewalt einnahm, wird diese Lektion den Wölfen noch länger zu denken geben. Niemand wiederseht dem Dominion!

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